Freitag, 29. Juli 2011

Aurelias Briefe

Manche Bücher landen völlig zurecht auf den Grabbeltischen. Das musste ich schon bei Dunkles Leuchten erkennen, das vorliegende Beispiel ist aber kaum besser.

Inhalt

Die Kinderpsychologin Thelma Vestrey wird mit einem ihrer Patienten nicht mehr fertig: Die philippinische Mutter dieses Jungen warnt Vestrey davor, ihn aus der Gruppentherapie zu entlassen, wird aber kurz darauf ermordet. Die Psychologin ist schockiert: Denn jetzt erhält sie auch noch Briefe von der Toten!

Ein dermaßen wirrer Plot in Kombination mit vollkommen unglaubwürdigen Charakteren ist mir noch bei keinem Thriller untergekommen. Nicht umsonst muss der Autor am Ende seitenlang die Motivation des Bösewichts erklären, denn alles was vorher geschehen ist, hilft dem Leser herzlich wenig dabei, hinter die psychotischen Auswüchse zu steigen.

Noch viel schlimmer ist aber die Protagonistin. Was sie alles durchmacht, nur um kurz darauf quietschfidel gleich wieder todesmutig ins nächste Wagnis zu ziehen, ist jenseits von Gut uns Böse. Was eine Kinderpsychologin überhaupt im Nebenjob bei den Special Forces der Polizei zu suchen hat, ist dabei noch das geringste Problem.

Dazu kommen dann noch peinlichste Logikfehler. Ein Auto, das von Verbrechern mitgenommen wurde, ist plötzlich wieder da. Und ein Mordopfer wurde erst erschlagen, dann doch erschossen und schließlich doch wieder erschlagen. So was sollte spätestens dem Lektorat auffallen.

Immerhin schafft es der Autor die Actionszenen so zu beschreiben, dass sie wenigstens nicht langweilig sind. Doch wer trotz allem noch hofft, am Ende eine halbwegs nachvollziehbare Erklärung für die Zusammenhänge zu bekommen, wird bitter enttäuscht.

Persönliche Meinung (1 von 5 Sternen):
Halbwegs spannend ist der Roman zwar, aber zwischendurch muss man immer wieder dermaßen den Kopf über Plot und Charaktere schütteln, dass ein Schleudertrauma droht. Was John Trenhaile hier in Sachen Plot abliefert, ist ein schriftstellerischer Offenbarungseid.

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