Mittwoch, 28. Dezember 2011

Das Unkrautland


Empfohlen wurde mir das Unkrautland eigentlich für meine Tochter, aber es hieß, für mich als Fan von Walter Moers könnte es auch was sein. Mit entsprechenden Erwartungen wagte ich mich an die Lektüre.

Inhalt:
Primus ist ein unsterblicher junger Mann, der sich in eine Fledermaus verwandeln kann. Eines Abends wird ihm das beinahe zum Verhängnis, als ihm die Hexe Plim auflauert, die für ihren Schönheitstrank eine Fledermaus braucht. Doch Primus gelingt es, sie von ihrem Plan abzubringen und sich statt dessen mit ihm zusammen auf die Suche nach den Bruchstücken der geheimnisvollen Mondsichel zu machen, die vor 12000 Jahren am Himmel über dem Unkrautland hing.

Auch hier musste ich die Inhaltsangabe mal wieder selber schreiben, denn was auf der Buchrückseite steht, sagt über den eigentlichen Inhalt gar nichts aus. Das eigentliche Abenteuer beginnt auch erst nach rund einem Drittel der 300 Seiten, davor schwelgt der Autor erstmal in seiner kleinen Welt, die mit durchaus interessanten Charakteren wie dem verfressenen Kürbis Snigg, dem Knochenvogel Bucklewhee oder der Vogelscheuche Chuck besiedelt ist. Leider spielen bis auf Snigg diese Charaktere aber nur Minirollen, statt dessen hat sich der Autor auf die vergleichsweise langweiligen Protagonisten Primus und Plim konzentriert.

Der eigentliche Haken des Buches ist aber die Handlung. Die ist derart hanebüchen, nebulös und undurchdacht, kommt nur durch haarsträubende Zufälle und nicht nachvollziehbare Schlussfolgerungen der Hauptpersonen weiter und wartet mit zig Klischees auf, dass es mir jeden Spaß an der Lektüre vergällte. Zumal der Humor sich auf Albernheiten beschränkt und die sprachliche Begabung des Autors auch nicht eben herausragend zu nennen ist. Hier merkt man leider auch allzu deutlich, dass der Autor sich selbst verlegt hat.

Wirklich begabt scheint Seitz jedoch in grafischer Hinsicht zu sein, wie nicht nur das sehr gelungene Cover, sondern auch die Skizzen auf seiner Webseite beweisen. Umso rätselhafter, wieso das Buch selbst, abgesehen von einer schlechten Karte, keinerlei Illustrationen beinhaltet.

Persönliche Meinung (2 von 5 Sternen):
Kindern mag dieses Buch gefallen - wobei meine Tochter sich auch nur mäßig begeistert zeigte -, wer aber wie ich eine einfallsreiche, abgedrehte Fantasy wie die Zamonien-Romane von Moers erwartet, wird bitter enttäuscht. Auch ein Märchen darf ruhig durchdacht und in sich schlüssig sein, beides ist hier nicht der Fall, die eigentliche Handlung ist einfach langweilig und unlogisch. Den zweiten Stern gibt es so gerade noch für die durchaus fantasievollen Nebenfiguren.

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